Carolus-Ehrenbecher an Dagmar Treger: „Mit ihrer Dickköpfigkeit kann sie wirklich nerven“
- Carolus Kaarst

- 11. Okt. 2025
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Als erste Frau in der Geschichte der Gesellschaft Carolus wurde jetzt Dagmar Treger mit dem Ehrenbecher ausgezeichnet. Die Laudatio hielt ihr CDU-Parteifreund Lars Christoph, der Treger als sehr beharrlich beschrieb.

Von Rudolf Barnholt - Quelle: www.ngz-online.de
Es war der 39. Carolus-Ehrenbecher, der am Freitagabend in der Galerie der Tönishöfe verliehen wurde. Und es war der erste Ehrenbecher, den – auf Anregung von Helmi Groß – eine Frau bekam. Dagmar Treger freute sich über diese Wertschätzung. Und sie machte unmissverständlich deutlich, dass nach dem Wechsel an der Spitze der Verwaltung wieder mehr in die Kultur investiert werden müsse – trotz der kritischen Haushaltslage.
Lars Christoph, Vorsitzender der Gesellschaft Carolus und Parteifreund von Dagmar Treger, hatte gleich mehrere Gründe, sich zu freuen: Es nahmen deutlich mehr Menschen an der Feierstunde teil als gedacht. Und er begrüßte es, dass gerade die 75 Jahre alte, pensionierte Lehrerin die zu Ehrende war. Das Publikum geizte nicht mit Applaus.
In seiner Laudatio deutete Christoph an, dass die Preisträgerin und er im politischen Alltag nicht immer einer Meinung gewesen seien. Er beschrieb die Preisträgerin so: „Sie ist eine Frau der Tat, sie zeigt Haltung, ist mal laut und mal leise.“ Zuletzt betonte er Tregers Einsatz für das Gemeinwesen.“ Dagmar Treger kenne den Pulsschlag der Stadt. Sie genieße Respekt, Anerkennung und Sympathie. Ihr langes politisches Engagement sei Ausdruck des Wunschs zur politischen Mitgestaltung gewesen. Mit einem Augenzwinkern fügte der Laudator hinzu: „Mit ihrer Beharrlichkeit und Dickköpfigkeit kann sie auch schon mal wirklich nerven, wenn sie etwas will.“ Das seien Eigenschaften, die erforderlich sind, „wenn dicke Bretter gebohrt werden müssen“.
Kultur ist für die so Gelobte mehr als ein „Nice to have“. Dagmar Treger, die als junge Frau in Kaarst Vorsitzende der Jungen Union und zuletzt stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses war, bedankte sich für die Auszeichnung und für die „tolle Rede“ von Lars Christoph. Und dann war auch schon Schluss mit Lobhudeleien. Stattdessen zitierte sie Mark Twain mit folgenden Worten: „Kultur ist das, was übrigbleibt, wenn der letzte Dollar ausgegeben ist.“ Sie begrüßte, dass die Artothek in eine Kunstsammlung überführt wurde, beklagte aber, „dass noch viele Bilder im Keller lagern“ – das müsse sich schnell ändern. Ihr Credo: „Kultur ist für die Menschen da.“Dagmar Treger lobte zwar das ehrenamtliche Engagement, zum Beispiel auf dem Tuppenhof, mahnte aber, es dürfe nicht alles auf ehrenamtliche Kräfte abgewälzt werden.
Dagmar Treger bezeichnete die Musikschule des Rhein-Kreises Neuss als wichtig. Aus dieser Schule hervorgegangen sind Jona Krumen (Gesang) und Simon Glaw (Keyboard), die mit ihrem Können ein musikalisches Ausrufezeichen setzten.



